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Ich mag Arbeit, aber ich habe keine. Deshalb komme ich hierher...

Abdullwahed beim Bolzenschneiden mit der Flex | Foto: ARTWORKs

Abdullwahed K.

Im Folgenden rekonstruiere ich ein Gespräch mit Abdullwahed K., einem neuen afghanischen Freund, der sich immer wieder auf den Weg zu den Wangeliner Workcamps begibt. (Eva-M. Mikutta)

Erfahrungsbericht mündlich übermittelt am 01.06.2018:

Für eine Woche bin ich als Peer zur Unterstützung im Workcamp zum Bau einer Solardusche da gewesen. Ich habe geholfen zusammen zu kochen, Frühstück und Mittagessen mit den anderen Teilnehmer*innen vorzubereiten. Wir hatten viel Spaß, haben in der Freizeit Musik gemacht und getanzt. Außerdem spielten wir Fußball, waren schwimmen im See und spielten Frisbee. Ich war schon bei vielen Workcamps dabei. Mir fehlt nur noch die „Strohbrücke“, die habe ich immer verpasst. Ich liebe es im Lehmbackofen zu backen, es ist sehr schön und schmeckt immer gut – Brot oder auch Pizza!

In dieser Woche waren alle Teilnehmer*innen deutsche und ich mag es mit deutschen Menschen zusammenzuarbeiten. Es hat viel Spaß gemacht. Ich habe so getan, als sei Stefan mein Lehrer und ich fragte ihn immer wieder was ich machen könne. Wir bildeten dann ein gutes Team. Für mich waren die Arbeiten hier einfach, weil ich in Afghanistan viel gearbeitet habe: In der Mechanik, bei Schmiedearbeiten, in der Elektrik an Maschine. Früher habe ich schon ein Haus gebaut mit Malerarbeiten, Fensterbau, Handwerkerarbeit und Schleifen. Außerdem kenne ich mich gut mit Automechanik aus und mag Modedesign, ich habe sogar schon als Mode-Modell gejobbt. In diesem Camp durfte ich die Arbeitsschritte fotografieren und konnte damit meine Fähigkeiten als Fotograf ausbauen.

In der Schule lerne ich deutsch und es ist viel besser geworden. Ich möchte Arbeiten und eine Ausbildung machen. Dafür will ich schnell intelligenter werden.

Ich bin gerne in Wangelin, weil hier „schöne“ (im Sinne von freundlich/offene) Menschen herkommen. Es gibt meistens schönes Wetter. Nur diesmal wäre es ohne Sonne schöner gewesen. Es war sehr anstrengend, weil gerade der heiße Fastenmonat Ramadan ist. Ich mag Arbeit, aber ich hab keine. Deshalb komme ich hierher, um mit guten Menschen zusammen zu sein. Hier treffe ich immer wieder neue Freunde.